Zeitung suchen


Sie sind hier: LINUS WITTICH Medien KG > Produkte > Online-Lesen > Rund um Hermeskeil


Hermeskeil

Vorerst keine höheren Friedhofsgebühren

Vorerst keine höheren Friedhofsgebühren
Neue Rasengräber und ein Friedbaumfeld in Gusenburg
Zu Beginn der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats Gusenburg wurden gleich zwei Tagesordnungspunkte in den nichtöffentlichen Teil verbannt, nämlich die Ausübung eines Vorkaufsrechts und der Ausbau der Bachstraße, weil damit zu rechnen war, dass in beiden Fällen persönliche Daten zur Sprache kommen würden. Die Lücke im öffentlichen Teil der Sitzung füllten zwei Friedhofsthemen, nämlich die nächste Rasengrabreihe und die Frage einer Erhöhung der Friedhofsgebühren, wobei letzteres schon mal gleich munter diskutiert wurde, bevor die eigentliche Sitzung begann.
Ortsbürgermeister Josef Barthen dankte allen Wahlhelferinnen und -helfern für einen reibungslosen Verlauf der Bundestagswahl, bei der die Wahlbeteiligung in Gusenburg mehr als 85 % betragen hatte, und ehrte die Siegerinnen im Luftballonwettbewerb, der bei der 550-Jahr-Feier der Gemeinde stattgefunden hatte (s. gesonderten Artikel in dieser RuH-Ausgabe). Er berichtete dem Rat über die Standortsuche für einen von einer Privatfirma betriebenen Geldautomaten, nachdem die Pachtverträge mit der Volksbank demnächst auslaufen. Es werde demnächst eine Ortsbesichtigung durch die Firma stattfinden. Der Automat soll möglichst an der Hauptstraße stehen. Die Volksbank garantiere für ihre Kunden die gleichen Gebühren wie an eigenen Automaten.
In der Einwohnerfragestunde wurde die Frage gestellt, ob sich das ADAC-Rallye-Training, das viele Bürger mit Lärm belästigt, Kinder in Angst versetzt und Schichtarbeiter um ihren Schlaf gebracht habe, nun jährlich wiederholen solle. Der Ortsbürgermeister versprach, zukünftig den Gemeinderat darüber entscheiden zu lassen.
Breiten Raum in der Sitzung nahm die Rekapitulation der Ergebnisse aus dem Forst durch Revierförster Jörg Clemens für die Jahre 2016 und 2017 ein. Obwohl auf der Tagesordnung nur der Forstwirtschaftsplan 2018 stand, gab es viele Nachfragen und eine größere Diskussion zu Details der Vorjahresergebnisse. Für 2018 rechnet der Forst mit einem Ergebnis von 2000 Euro, wobei die Realität wahrscheinlich wie immer deutlich günstiger aussehen wird. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahren ist, so der Förster, durch die planmäßig niedrigeren Einschlagszahlen bedingt. Hier gab es nun, nachdem Clemens die Einzelheiten vorgestellt hatte, überhaupt keine Diskussion, sondern ein einstimmiges Votum. Wer allerdings damit gerechnet hatte, dass es in der Tagesordnung weitergehen würde, sah sich getäuscht, denn nach der Abstimmung gab es dann doch noch eine Reihe von Fragen und Antworten.
Die Pfarrgemeinde hat im Pfarrsaal eine neue Toilettenanlage eingebaut. Die Ortsgemeinde beteiligt sich hieran mit 15000 Euro. Wie Ortsbürgermeister Barthen berichtete, wurde in einer gemeinsamen Sitzung von Pfarrverwaltungs- und Ortsgemeinderat eine Nutzungsvereinbarung ausgehandelt, nach der die Gemeinde den Saal auf 15 Jahre (mit Verlängerungsoption) "mietfrei" nutzen kann. Nach kurzer Diskussion über das Thema Nebenkosten beschloss der Rat, dieser Nutzungsvereinbarung unter der Voraussetzung zuzustimmen, dass das Wort "mietfrei" durch das Wort "kostenfrei" ersetzt wird.
Viel zu bereden gab es wieder bei der Feststellung des Jahresabschlusses 2015 mit Entlastung des Ortsbürgermeisters und der Beigeordneten. Man nutzte diesen Punkt, der in allen Ortsgemeinden an und für sich immer nur eine Formsache ist, in Gusenburg diesmal für eine fünfminütige Unterhaltung über die aktuelle Finanzsituation der Kommunen, freilich ohne dass man zu einem konkreten Ergebnis kam.
Friedhofsangelegenheiten
Das Bauamt der Verbandsgemeindeverwaltung hat die Erweiterung des vorhandenen Rasengräberfeldes ausgeschrieben. Hierfür stehen 4000 Euro im Haushalt, die Berechnungen nach der aktuellen Ausschreibungslage (Barthen: "Die Firmen haben volle Auftragsbücher") ergeben jedoch einen Bedarf von etwa 7500 Euro. Auf Vorschlag der Verwaltung beschloss der Rat einstimmig, den Ortsbürgermeister zu bevollmächtigen, den Auftrag an den Niedrigstbietenden zu erteilen. Gleichzeitig erhielt Barthen den Auftrag sicherzustellen, dass die Arbeiten unverzüglich erledigt werden, damit sie vor Allerheiligen abgeschlossen sind.
Die Kommunalaufsicht hat, so der Ortsbürgermeister, die Gusenburger Defizite aus dem Friedhofswesen der vergangenen Jahre zusammengestellt und eine Erhöhung der Friedhofsgebühren angemahnt. In Gusenburg gibt es jährlich zehn bis zwölf Beerdigungen, so Barthen. "Um hier einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, müssten die Beerdigungskosten um 500 Euro angehoben werden", gab er zu bedenken. Der Haupt- und Finanzausschuss vertritt die Meinung, mit einer Erhöhung bis zur Fertigstellung des geplanten Friedbaumfeldes zu warten, weil diese Bestattungsform in der Gebührenordnung nicht enthalten ist. Weil dann nämlich die Gebührenordnung sowieso geändert werden müsse, solle man mit der Beratung über eine Erhöhung bis dahin warten. Der Empfehlung folgte der Rat nach kurzer Diskussion.
Unter Punkt "Verschiedenes" wurde es dann noch unangenehm für den Ortsbürgermeister. Andreas Trampert (BfG) listete mehrere Themen auf, in denen der Rat vor längerer Zeit einstimmige oder mehrheitliche Beschlüsse gefasst habe, fragte nach dem Sachstand und äußerte die Vermutung, dass Beschlüsse einfach nicht umgesetzt würden, wenn Barthens Fraktion überstimmt worden sei. Der so Kritisierte stand Rede und Antwort und gab in einem Fall auch zu, einen Umschlag versehentlich auf einen falschen Stapel gelegt zu haben. Josef Paulus (CDU) empfahl, in bestimmten Fällen auch mal bei der Verwaltung nachzuhaken: "Da könnte ja auch mal was in Vergessenheit geraten sein".
(WIL-)


Diese Zeitung stammt von unserem Verlagsstandort:

info(at)wittich-foehren.de

Zum Kontaktformular >
Mehr Informationen zum Verlag >