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Hermeskeil

Aus Unbekannten werden Freunde

Die Prinzengarde des KV Ruck Zuck performt vor dem Schloss in St. Fargeau

Aus Unbekannten werden Freunde
Partnerschaftstreffen in Saint Fargeau
Am letzten Juli-Wochenende war es wieder so weit – eine Delegation aus Hermeskeil machte sich auf den Weg in die französische Partnerstadt St. Fargeau. Neben dem Blechbläserquintett „Tinny Brass“ ist erstmals auch eine Abordnung des Karnevalvereins Ruck Zuck mitgefahren.
Insgesamt 72 Hermeskeiler haben den rund 500 kilometerlangen Weg in die im Burgund gelegene Ortschaft auf sich genommen. Wie immer wurden die Gäste aufs Herzlichste begrüßt. Während die Musiker im Hotel untergebracht wurden, haben die Mädels der Prinzengarde in einer Freizeiteinrichtung am örtlichen „Lac du Bourdon“ Unterschlupf gefunden.
Karnevalistischer Tanzsport mal international
Schon am ersten Abend hatte die Prinzengarde ihren ersten Auftritt. Nach einem kleinen Konzert von Tinny Brass präsentierten sie ihren aktuellen Sessionstanz in herrlicher Atmosphäre vor dem Fargeauer Schloss im Ortskern und beeindruckten die französischen Freunde mit ihren akrobatischen Tanzleistungen. Das erste gemeinsame Abendessen in der örtlichen Turnhalle bot alten Bekannten Zeit, sich über die Geschehnisse seit den letzten Besuchen auszutauschen und die Möglichkeit, mit Gastgeschenken aus der Heimat für die Organisation zu bedanken. Wie immer durfte auch in diesem Jahr das allseits beliebte „deutsche Bier“ nicht fehlen.
Blick in die Metallbranche
Am Samstagvormittag unternahm man eine Exkursion in die ortsansässige Metallverarbeitungsfirma Nogues. Über Eisenträger bis hin zu Blechen in allen Formen, Farben und Ausführungen wird hier alles produziert um Gebäude wie Prdouktionshallen, Einkaufszentren oder auch Filmtheater in ganz Frankreich aufzubauen. Mit Blick auf den schlechten Arbeitsmarkt im ländlichen Raum versucht die Firma hier ganz speziell jungen Leuten eine Perspektive zu bieten um dem Zug Richtung Großstadt entgegenzuwirken.
Der Höhepunkt der Fahrt
Für alle Hermeskeiler war der Besuch des Grand Spectacle am Samstagabend der absolute Höhepunkt. Tinny Brass verkürzte den rund 6000 Besuchern die Wartezeit bis zur Vorführung mit anspruchsvoller Kammermusik. Das historische Schauspiel stellt nunmehr seit rund vier Dekaden 1000 Jahre Geschichte des französischen Ortes auf spektakuläre Art und Weise im Park des Schlosses vor der wunderbaren Kulisse des Sees mit mehr als 600 Akteuren dar.
Grand Spectacle
Man stelle sich vor, dass die Gespenster die Geschichte des Ortes nacherzählen. Den Anfang machte dabei Bischof Heribert, der sich im 9. Jahrhundert ein kleines Jagdschloss aufbauen ließ. Die Zeit der Kreuzzüge und Kriege folgte. Im Rahmen des Hundertjährigen Krieges werden auch in St. Fargeau burgundische Vorposten positioniert, so bekommt auch die bekannte Jeanne d´Arc hier einen großen Auftritt. Eine Hochzeit und ein unterhaltsames Ritterturnier runden die Geschichte ab, bis die Cousine des Sonnenkönigs, Ludwig XIV, nach St. Fargeau ins Exil geschickt wird. Während der „Fronde“ hatte sie Kanonen gegen die Bastille schießen lassen. Die sogenannte „Grande Mademoiselle“ lässt das Schloss wiederherrichten und veranstaltete imponierende Höfe ähnlich denen in Versailles. Der extravagante Luxus des Adels nimmt mit der Französischen Revolution 1789 schließlich ein jähes Ende. Gegen 1900 rollen die ersten Automobile durch St. Fargeau und einige Vereine wie die Feuerwehr finden sich zusammen, bis die beiden Weltkriege wieder Angst und Schrecken bringen. 1944 durchqueren so die Amerikaner die Puisaye und werden mit Freunde empfangen. Das Leben nimmt seinen Lauf, bis an jenen Sommerabenden in der heutigen Zeit wieder und wieder die abenteuerliche Geschichte des Ortes erzählt wird.
Aufbruch in die Heimat
Der Morgen vor dem Abschied gestaltet sich traditionell mit der gemeinsamen Sitzung der beiden Komités im Rathaus. Man resümierte die gelungene Fahrt, bedankte sich bei den Gastgebern und stellte erste Überlegungen zum anstehenden Besuch in Hermeskeil im nächsten Jahr über Christi Himmelfahrt an. Außerdem möchte man in beiden Ortschaften ein stärkeres Bewusstsein für die Städtepartnerschaft schaffen, so beispielsweise durch den Verkauf heimischer Produkte.
Bedeutung der Partnerschaft
Neben dem kulturellen Austausch und der Bildung grenzenübergreifender Freundschaften leistet die Städtepartnerschaft mit ihren alljährlichen Besuchen einen wertvollen Beitrag zur Völkerverständigung. Auch wenn der Ursprungsgedanke des allgemeinen „Projekts Städtepartnerschaften“, nämlich die Heilung von Wunden verursacht durch die Weltkriege war und mittlerweile weniger stark im Bewusstsein der jüngeren Generationen steht, muss doch in Zeiten der Krise, wie sie momentan in Europa mit dem Brexit durchlebt werden, wieder näheraneinander gerückt werden. Umso schöner, dass das mit den Partnerschaften Hermeskeils nach St. Fargeau und auch Hel in Polen noch wunderbar funktioniert. (LeWe)





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