Zeitung suchen


Sie sind hier: LINUS WITTICH Medien KG > Produkte > Online-Lesen > Rund um Hermeskeil


Hermeskeil

Eine musikalische Kostbarkeit in der Martinuskirche

Eine hochkarätige Besetzung: die Solisten von rechts Véronique Nosbaum, Sopran, Jeff Mack, Alt (Countertenor), Nick Pritchard, Tenor und Manfred Bittner, Bass-Bariton.

Eine musikalische Kostbarkeit in der Martinuskirche
Die Matthäus-Passion, Jesu Leiden und Sterben von J.S. Bach in Hermeskeil aufgeführt
Am vergangenen Samstagabend wurde in der Martinuskirche in Hermeskeil eines der bedeutendsten Werke der Kirchenmusik aufgeführt: die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Die geniale Musik Bachs interpretiert die biblische Passionsgeschichte in eindrücklicher Weise, wie es mit Worten alleine noch keiner vermocht hat.
Ostern gilt für viele Komponisten als eine wichtige Inspirationsquelle. Es entstanden bedeutende Werke der Musikgeschichte - wie auch die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Rückgrat bildet dabei der Bericht vom Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Evangelium. Der Text wurde zusammengesetzt aus Bibelworten nach Matthäus (Kap. 26 und 27), aus Kirchenliedstrophen und freier Dichtung. Bachs umfangreichstes und am stärksten besetztes Werk stellte einen Höhepunkt der Kirchenmusik dar. Die Uraufführung fand am 11. April 1727 in der Thomaskirche in Leipzig statt. Nach Bachs Tod geriet das Werk in Vergessenheit. Die Wiederaufführung 1829 in einer gekürzten Version unter Felix Mendelssohn Bartholdy brachte das Werk wieder in die Aktualität zurück.
Seine beeindruckende stereophone Wirkung entfaltete diese Aufführung durch die doppelte Anlage von Chor und Orchester, bei der die Chöre vielfach miteinander einen Dialog führen. Das Ensemble de la Chapelle Saint Marc unter der Leitung von Musikdirektor Jean Halsdorf konzentriert sich seit einigen Jahren auf die Musik und Instrumente der Barockzeit. Und so kamen auch ein historischer Fagott, spezielle Barockoboen und weiche Traversflöten zum Einsatz, um die Musik von J.S. Bach möglichst genau wiederzugeben. So ähnlich dürfte es vor fast 300 Jahren geklungen haben.
Die beiden Teile des Oratoriums werden jeweils durch groß angelegte Eingangs- und Schlusschöre gerahmt, wobei anfangs der außergewöhnliche Eingangschor zu Beginn der Aufführung die Anwesenden beeindruckte. Bei der Aufführung kamen gleiche mehrere Ensembles zum Einsatz. Unter der Gesamtleitung des belgischen Dirigenten Frank Agsteribbe vereinten sich das Ensemble Vocal du Conservatoire du Nord aus Ettelbrück mit der deutsch-luxemburgischen Chorformation Grenzgänger cantoLX und dem Ensemble de la Chapelle Saint-Marc zu einer großartigen Chorformation, um gemeinsam diesem hervorragenden Werk von Johann Sebastian Bach gerecht zu werden.
Hervorragend auch die Auftritte der Gesangssolisten. Es war eine hochkarätige Besetzung mit internationaler Reputation, die in Hermeskeil mitwirkte und der Aufführung Glanz verlieh. Vor allem der österreichische Tenor Daniel Johannsen als Evangelist setzte Akzente. Weitere Solisten waren der deutsche Ekkehard Abele als Jesus, die luxemburgische Sopranistin Véronique Nosbaum, der luxemburgische Countertenor Jeff Mack, der britische Tenor Nick Pritchard sowie der deutsche Bass-Bariton Manfred Bittner. Die Choreinstudierung stand unter der Leitung von Martin Folz, der als Chorleiter in der Region Saar-Lor-Lux seit Jahren höchstes Ansehen genießt. Minutenlanger Beifall belohnte die Künstler für eine grandiose Aufführung vom Leiden und Sterben Jesu. Die Matthäus-Passion war sicherlich ein weiterer Glanzpunkt in der beachtlichen Konzertreihe der St. Martinus Kirche in Hermeskeil.
(HGR)



Diese Zeitung stammt von unserem Verlagsstandort:

info(at)wittich-foehren.de

Zum Kontaktformular >
Mehr Informationen zum Verlag >