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Mayen

Wacholderwarte kümmern sich um wertvolle Kulturlandschaft

Bürgermeister Alfred Schomisch, die Touristik-Fachkraft Svenja Schulze-Entrup und Michael Augel (Leiter Bürgermeisterbüro) besuchten die Wacholderwarte.

Bürgermeister Alfred Schomisch dankt den ehrenamtlich tätigen Wacholderwarten

Bürgermeister Alfred Schomisch bedankt sich bei den Wacholderwarten für deren ehrenamtliche Tätigkeit und vor allem für deren wertvollen Verdienste um die Wacholderheide und somit um den Naturschutz.

Von 2005 bis 2010 wurde auf etwa 155 ha der insgesamt 1.080 ha umfassenden FFH-Gebiete „Wacholderheiden der Osteifel“ das EU-Projekt „Schutz und Pflege von Wacholderheiden der Osteifel“ durchgeführt.

Dies bedeutet neben Freistellungen der Landschaft auch das Bearbeiten der Bodenoberfläche, die Untersuchung und Kartierung der Gebiete sowie die Erstellung und Durchführung der Folgepflege.

Die Idee der Wacholderwarte entstand bereits während der ersten Monate des LIFE-Projektes das von Mitte 2005 bis Juni 2010 unter der Regie der Verbandsgemeinde Vordereifel realisiert wurde. Das Ziel, nämlich der „Rückbau“ einer bestehenden Mittelgebirgslandschaft um eine typische, von Menschenhand geschaffene Heidelandschaft zu schaffen, stieß sowohl bei der örtlichen Bevölkerung als auch bei Gästen der beliebten Wanderregion anfangs auf Unverständnis und Ablehnung.

Um die öffentliche Meinung durch gezielte Aufklärungsarbeit positiv zu beeinflussen, suchte der damalige Projektleiter, Hans-Friedrich Hollederer nach geeigneten Partnern. In dem Sonderschulpädagogen Gerhard Krämer aus Langenfeld fand er den idealen Mitstreiter. Fundiertes Wissen, Liebe zur Natur und die notwenige pädagogische Kompetenz verbanden sich schnell zu fruchtbarer Zusammenarbeit im Team. Schon bald fanden sich engagierte Frauen und Männer aus den Heidedörfern und der gesamten Osteifelregion, die bereit waren, ehrenamtlich ihre Freizeit der Sache zur Verfügung zu stellen.

Neben der Bereitschaft, im Team mit anderen zusammen zu arbeiten, verbinden die nunmehr 18 Aktiven Mitglieder der Wacholderwacht gutes Fachwissen und fundierte Ortskenntnisse. Vom Frühjahr bis zum Herbst sind sie in den Heidegebieten der Osteifel unterwegs und nehmen regelmäßig an Schulungsveranstaltungen teil. Dadurch sind sie kompetente Ansprechpartner für alle an der Natur interessierten Heidebesucher.

Sie geben Auskunft zur Besonderheit und Einmaligkeit der jeweils aktuellen Heidevegetation; zur Siedlungs- und Kulturgeschichte der Heidelandschaft; zur Entstehung der hier vorkommenden Arten und deren Nöten sowie zu den Erfolgen und Grenzen der durchgeführten Naturschutzmaßnahmen.

Die Wacholderheiden der Osteifel sind eine Kulturlandschaft die über Jahrhunderte entstanden ist und die es zu bewundern gibt, so Bürgermeister Schomisch.

Um den Erhalt der in Jahrhunderten durch intensive Nutzung der Menschen entstandenen Heidelandschaft auch für kommende Generationen zu sichern, muss sie ständig gepflegt werden. Zu den Maßnahmen der Kulturlandschaftspflege gehören die gezielte Beweidung durch die gemischte Schaf- und Ziegenherde des Heideschäfers Gerhard Degen aus Kirchwald ebenso wie die regelmäßige „Entkusselung“ durch die Mitglieder der Wacholderwacht.

Bei der Entkusselung oder dem Entkusseln werden Pionierbaumarten, meistens die Kiefer oder die Birke, aber auch der Ginster entfernt. Dies geschieht durch Freischneiden, Herausreißen, Ausgraben mit Spaten oder durch das Abschneiden mit Astscheren oder Sägen. Ohne diese Eingriffe würde sich die offene Heidelandschaft in wenigen Jahren erneut zu einer verbuschten Waldlandschaft entwickeln, in der die biotoptypischen Pflanzengesellschaften wie z. B. Heidekraut, Borstgras oder Arnikavorkommen keine Lebenschancen mehr hätten.<br/>Ohne die aktive Pflege der Heidelandschaft droht ihr durch Verbuschung bereits in wenigen Jahren der "Heidetod".

Das ganze Jahr über beobachten die Frauen und Männer der Wacholderwacht die Entwicklung und die Veränderungen in der Heidelandschaft. Wichtige Entdeckungen werden nach Möglichkeit dokumentiert und weiter gemeldet.

Darüber hinaus bietet die Wacholderwacht naturkundlich geführte Wanderungen sowie Aktionsveranstaltungen für Schulklassen oder Gruppen (ab 10 Personen) an. Zu diesen Zwecken verfügt die Wacholderwacht sogar über ein mobiles „Klassenzimmer“, den „Wacholderwagen“. Das „mobile Klassenzimmer“ erhielt erst vor wenigen Wochen einen neuen Anstrich.

Um sich bei der Wacholderwacht zu engagieren, braucht man nur wenige Voraussetzungen:

  • Freude an der Arbeit im Team
  • die Liebe zur Natur
  • die Bereitschaft, zwischen März und November einmal pro Monat für ein paar Stunden Freizeit zu opfern ohne dafür Lohn zu verlangen
  • die Bereitschaft, Neues dazuzulernen

Nähere Informationen zu den Wacholderwarten erteilt gerne der Sprecher Gerhard Krämer: Telefon: 02655 / 18 35.

Anmeldungen zu geführten Wanderungen nehmen die Touristikbüros entgegen:<br/>- Touristik-Büro Vordereifel, 02651/8009-95, E-Mail: tourismus@vordereifel.de<br/>- Touristik-Büro Brohltal, 02636/19433. E-Mail: brohltal@brohltal.de.


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