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Verbandsgemeinde Westerburg

Pflanzen für die Käfer und den leckeren Duft

Pflanzen für die Käfer und den leckeren Duft

Mehr als 15 Kinder haben am großen Pflanztag im Stöffel-Park in Enspel mit Elan und Spaß viel für die Natur getan. In den Beeten wuselten sie fleißig, schleppten Äste herbei, gruben Löcher und steckten Setzling ins Erdreich. Das eifrige Tun wurde mit gleicher Freude von den erwachsenen Begleitern beschmunzelt, die natürlich auch ein bisschen mithalfen. Christina Schneider war mit einigen Naju-Kindern aus Rennerod dabei (Naju ist die Jugendorganisation des Naturschutzbundes Nabu).
Gleich zwei gute Ideen haben sich im Steinbruch-Erlebnisgarten verbunden: Eine Aktion legt Wert auf nachhaltiges ökologisches Wirken: das Anlegen eines Beets für Käfer. Die andere soll den jungen Besuchern im Stöffel-Park einfach eine olfaktorische Freude bereiten: die Schokoladenblumen und Lakritzpflanzen, die in ein eigenes Beet kamen, heißen nämlich so, wie sie riechen.
Es wurde nicht lange gefackelt, schließlich drohte es, bald zu regnen: Zügig gingen die jungen Gärtner vor und legten das Käferbeet an. Und das war möglich, weil Naturgartenplanerin Susanne Piwecki beste Vorarbeit geleistet hatte. Horizontal wie vertikal ist in das mehrere Meter lange Beet Holz und Rinde eingebettet worden. Neben der Wohnstatt der Krabbeltiere ist nun ihr „Supermarkt“ zu finden. Die Gemüseabteilung bietet flache Nektarien. „Doldenblüter sind gut für die Käfer, weil ihr Rüssel klein ist und sie die Blüten anbeißen müssen, um an den Nektar zu gelangen“, erläutert Susanne Piwecki. Die Käfer-Snacks heißen Wiesenbärenklau, Wolfsmilch (verschiedene Arten), Laserkraut, Alant, Felsensteinkresse, Pastinak oder Färberwaid. Der Riesenhaarstrang soll mal drei Meter hoch werden.
Es gibt Hunderte verschiedene Totholzkäfer. Doch viele stehen auf der Roten Liste. „Denn es gibt kaum noch Totholz“, ist Piweckis Erklärung. „Früher gab es bis zu 250 Kubikmeter Totholz pro Hektar, heute sind es etwa 15 “, sagt sie. Sie ist dagegen, Gärten „plattzumähen“. Ordnungswahn kann auch zerstörerisch sein. Und sie weist auf die Wichtigkeit des eher ungeliebten Löwenzahns hin. Im Gespräch zwischen ihr und einer Besucherin fällt der Satz: „Der soziale Druck ist unglaublich groß“. Doch wer die Natur schützen will, sollte Insekten und Käfern Schutzräume bieten - und Blüten zum Knabbern. Apropos Knabbern: Das durften die Kinder auch: Sie wechselten später zu dem „Süßigkeiten-Beet“, wo Schoko- und Lakritzpflanzen wachsen sollen. Michaela Geibert vom Stöffel-Park-Team hatte für Stärkung gesorgt. Diese hing in Form von kleinen Schokoladentafeln an einem Baum. Auch hier wurde fleißig gebuddelt, gepflanzt und gegossen. „Das ist meine zehnte Pflanze“, verkündete der siebenjährige Kai aus Brachbach stolz. Und wenig später tönte es: „Das ist meine elfte.“
Es sind manchmal „kleine“ Taten, die Großes bewirken können. Zum Dank für ihren wichtigen Einsatz bekamen jeder junge Gärtner eine Urkunde von Michaela Geibert. Außerdem durften die Kinder sich noch ein Tomatenpflänzchen samt Aufkleber mit nach Hause nehmen.
Tipp: Interessierte Erwachsene finden bei der Botanischen Führung unter der Leitung von Susanne Piwecki im Stöffel-Park am Sonntag, 13. August 2017, von 13.30 bis 15 Uhr viele Antworten auf ihre Fragen.
(Text: Tatjana Steindorf, Foto: Tatjana Steindorf/Egon Negd)


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