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Waldthurn

LandKultur

ALE - Pressesprecherin Huberta Bock (rechts) erläuterte das Projekt LandKultur – der Österreicher Roland Gruber (Zweiter von rechts) erstaunte die Zuhörer im Waldthurner Lobkowitzschloss mit kreativen, kulturellen Ideen.

LandKultur mal zwei
Kultur vor Ort und Leerstände mit Leben befüllen
von franz voelkl
Wenn alles gut läuft, kann das Projekt „LandKultur“ in Waldthurn in zweifacher Hinsicht verwirklicht werden. Als markteigenes Projekt zur Förderung und Ausweitung der vorhandenen Kulturstrukturen und zusätzlich als Teil des Projektes "ZwischenSpielRaum" des Landestheater Oberpfalz (LTO).
„Wer keinen Mut hat zu träumen, der hat auch keine Kraft zu arbeiten“ meinte Bürgermeister Josef Beimler bei der Informationsveranstaltung „LandKultur“ im Lobkowitzschloss in Waldthurn. Eingeladen waren das Marktgremium, Pfarrgemeinderat, Teilnehmergemeinschaft Waldthurn und mit Georg Schmidbauer, Manuela Grünauer, Rudi Meißner, Josef Forster und Thomas Bergmann einige Kulturträger der Marktgemeinde.
Im Idealfall kann Waldthurn beim Projekt LandKultur des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) doppelt zum Zug kommen.
Zum einen hat sich die Marktgemeinde im vergangenen Sommer zusammen mit Huberta Bock vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) durch den Antragsdschungel gearbeitet und sich mit dem Antrag beim BMEL beworben. Hierbei sollen vorhandene kulturelle Recourcen genutzt, gefördert, ausgeweitet und als Modellcharakter für andere Gemeinden dienen.
Ob und in welchem Umfang Waldthurn berücksichtigt wird, werde erst Ende März entschieden, sagte die Pressesprecherin des ALE. Die Marktgemeinde sei kulturell außergewöhnlich aktiv und man wolle neue Kulturideen beispielsweise mit Vereinen und Chören fördern und verwirklichen. So sei es das Ziel, Leute für Kulturgenuss wie den Waldthurner Kultursommer aufs Land zu bringen.


Krapfeneffekt
Als Ideengeber hatte man den Österreicher Roland Gruber von der Firma nonconform eingeladen, der von Träumen berichtete, die zur Realität geworden sind. Er nannte dies den „nonconformen Weg“, mit dem Menschen neue kulturelle Rezepte entwickeln. „Sie, die Menschen hier sind Teil der Ortskultur. Lassen Sie mutige Visionen entstehen“. So sprach Gruber vom negativen „Donut – Effekt“ der die Ortskerne leerfrisst. Dieser müsse dem „Krapfeneffekt mit süßer Marmelade“, welcher vital auch im Ortsinneren lebt, weichen. Anhand von vielen Beispielen die so manchen Zuhörer in Staunen versetzten und Kopfschütteln hervorriefen, gab der Kärntner seine nicht alltäglichen Denkanstöße.
Bei der Diskussion forderte Josef Forster bei einer eventuellen Berücksichtigung Waldthurns beim LandKultur – Projekt die Fördergelder verstärkt für Räumlichkeiten anstatt für ausgiebige Planungen zu verwenden.

Zweite Chance durch LTO
Der Geschäftsführer des Landestheater Oberpfalz (LTO) Wolfgang Meidenbauer stellte die zweite Chance für Waldthurn im Rahmen des LandKultur – Projekt vor. Diese ist der Tatsache geschuldet, dass das Landestheater Oberpfalz (LTO) sich ebenfalls für LandKultur beworben hat und bereits unter dem Titel "ZwischenSpielRaum" eine Förderzusage für drei Jahre erhalten hat. Die Wiederbelebung brachliegender Immobilien steht hier im Mittelpunkt. In den kommenden drei Jahren will das LTO in drei Gemeinden der Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und Schwandorf leerstehende Gebäude kulturell nutzen. „Sie waren heute bei uns hier in Waldthurn auf Brautschau“, freute sich Bürgermeister Beimler über den Besuch von Meidenbauer und seiner Mitarbeiterin Tina Lorenz. Man habe leerstehende Gebäude in Waldthurn besichtigt, wolle aber nichts überstürzen. Ob die Entscheidung des LTO bei „ZwischenSpielRaum“ für Waldthurn und für welches Gebäude fällt, könne erst Mitte/Ende Februar verkündet werden. Man werde einen Raum mit Bühne und Technik ausstatten, eventuell mit der Schule zusammenarbeiten, mit regionalen Akteuren agieren und Impulse setzen. Man wolle das überregionale Publikum anziehen und Gebäude mit Leben füllen, eventuell später als Gastspielort dauerhaft in Spielplan aufnehmen. Beim Projekt ZwischenSpielRaum steht die Förderung zwar vorerst nur für das Jahr 2018. Grundsätzlich wolle man das leerstehende Objekt nachhaltig der Gemeinde übergeben und vielleicht andere Interessierte und Förderer damit anziehen.


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