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Bad König

Einkaufstaschen aus Stoff mit Historie

Einige der ehrenamtlichen Schneiderinnen präsentieren die Kollektion der Einkaufstaschen am vergangenen Wochenende vor der Schlosskirche in Bad König. (Foto: AWO Jugendpflege/ Lutz Schröder)

Soziales Kunstprojekt. Was passiert, wenn Gemeinsinn auf Kreativität und alten Stoff trifft? Die Antwort gibt das Bad Königer Projekt „Textildesign“, das nicht nur künstlerische Verbindungen zwischen Tradition und Moderne sondern auch menschliche Verbindungen zwischen Kindern, Migranten, Geflüchteten und Seniorinnen schafft. Sie verwandeln den AWO-Jugendtreff der Stadt Bad König von Zeit zu Zeit in eine Textil-Manufaktur und nähen anlässlich des Stadtjubiläums Taschen mit dem Emblem „1200 Jahre Bad König“.

Wie alles begann: Im Sommer 2016 bewahrten die Odenwälderinnen Erika Volk und Traudel Hoffart-Ihrig mehrere Kofferraumladungen mit Stoffen aus der traditionsreichen Firma Kurt Bender (Darmstadt) vor der Müllverbrennungsanlage. Der bodenständige Betrieb feierte bereits 1993 sein 100-jähriges Bestehen und arbeitete einst mit der vielfach preisgekrönten Darmstädter Modezarin Lilo Fink zusammen, die bis 1997 zu einer festen Größe in der Pariser und der internationalen Modebranche zählte.

Anlässlich des 1200-jährigen Jubiläums der Stadt Bad König gestaltete und nähte die Gruppe Textildesign Einkaufstaschen aus den kostenlos erstandenen Materialien und fügte damit ihrer Bad König-Kollektion einen weiteren Baustein hinzu. In dieser Serie sind bislang Schürzen, Smartphone- und Brillen-Etuis, Herzkissen und viele andere Accessoires entstanden.

Haben Sie Lust auf das eigene Emblem auf Ihren Textilien oder Interesse an einer Einkaufstasche?

Gruppen, Vereine und auch Privatpersonen können das Projekt „Textildesign Bad König“ über Traudel Hoffart-Ihrig, 06061 5881 oder 0151 26 16 70 88 und albert.hoffart@web.de kontaktieren.

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Traudel Hoffart-Ihrig wurde 1951 in Fürstengrund geboren. Das Dorf ist seit 1971 Stadtteil von Bad König. Die Odenwälderin absolvierte ihre Schul- und Konfirmandenzeit sowie ihre Berufsausbildung in Bad König.

Die neu entworfenen Objekte sind aus Rips-Stoff gefertigt, einem in Deutschland hergestellten Baumwoll-Polyester-Mischgewebe. Bei Rips handelt es sich um ein sehr vielseitiges und strapazierfähiges Material, das in diversen Bereichen Verwendung findet. Die vorm Exitus gerettete Ware wurde ehemals zur Dekoration der Modeschauen von Lilo Finks Haute Couture eingesetzt.

Nach seiner Aufbereitung verhilft der Rips jetzt der Kurstadt und dem sozialen Projekt zu neuem Glanz, das auf Nachhaltigkeit, Nachwuchsförderung, Kreativität und soziale Integration setzt. Mit dem Erwerb und der Nutzung der Tasche unterstützen alle eine gute Sache.

Der Tipp, die Stoffe vor ihrer endgültigen Entsorgung zu retten, kam im Übrigen von Willi Weisbrod, einem Nähmaschinenspezialisten aus Michelstadt. Die Behältnisse wurden von drei Jugendlichen und ihren Müttern sowie sechs Seniorinnen genäht. Von ihrer Herkunft sind die ehrenamtlichen Schneiderinnen aus Armenien, Portugal, Mittelhessen und dem Odenwald.

Zu internationaler Bekanntheit haben es die Einkaufshilfen in der vergangenen Woche gebracht, als 40 Exemplare anlässlich der Partnerschaftsbegegnung den Bad Königer Freundinnen und Freunden aus ihrer verschwisterten französischen Kommune Argentat als Geschenk überreicht wurden.


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