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Ruhpolding

Informationen aus erster Hand

Der bayerische Landestrainer für Biathlon, Isidor Scheurl (links), erklärte MdL Gisela Sengl, Sepp Hohlweger von der Grünenfraktion im Kreistag, Stadionleiter Engelbert Schweiger und Bürgermeister Claus Pichler (von links) die Trainingsmöglichkeiten der Kaderathleten

Informationen aus erster Hand
Landtagsabgeordnete Gisela Sengl besuchte die Gemeinde Ruhpolding

Ein Bild über Ruhpolding wollte sich kürzlich die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl bei einem Besuch in der Tourismusgemeinde machen. Neben mehreren Themen informierte Bürgermeister Claus Pichler auf Nachfrage der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden des Bündnis 90/ Die Grünen vor allem auch zum Thema „Blütenreiche Heuwiesen im Ruhpoldinger Talkessel“, die gut gelaufene Städtebauförderung und über den Biathlonsport in der Chiemgau Arena.
Als Sprecherin für Agrarpolitik wollte Sengl mehr über das Biodiversitätsprojekt „Heuwiesen“ erfahren. Dieses Projekt sei von Seiten der Regierung lange hinausgeschoben worden, sagte der Rathauschef. „Das ist nicht gut gelaufen“. Jetzt endlich sei von den Beteiligten der Regierung von Oberbayern die Nachricht eingetroffen, dass das Projekt starten könne, was auch kürzlich in Ruhpolding erfolgte. Die Abgeordnete meinte, dass auch FFH-Flächen als Heuwiesen ausgewiesen werden müssten, aber das gehe nur in Zusammenarbeit mit den Grundstückeigentümern. „Die Öffentlichkeit muss eingebunden werden und die Leute sind auch dafür bereit“, sagte sie. Auch ihr sei bewusst, dass die Regierung zu spät reagiert habe.
Auch die wichtigen Hochwasserschutzmaßnahmen sprach das Gemeindeoberhaupt an. Ruhpolding sie mit einer ganzen Reihe von Wildbächen und Flüssen gesegnet, die aber noch zum größten Teil ausgebaut werden müssten. „Es muss etwas geschehen“, betonte er. Leider beinhalten die notwendigen Maßnahmen eine Eigenbeteiligung der Gemeinde von 30 Prozent und „wir wissen nicht, wie wir das finanziell stemmen können“. Zur Wohnraumsituation im Ort sagte Pichler der Abgeordneten, dass auch aufgrund der großen FFH-Flächen im Talkessel die bebaubaren Grundstücke überschaubar seien und eine leistbare Wohnraumbeschaffung nur funktioniere, wenn „die Preise nicht explodieren“.
Wie die Städtebauförderung in Ruhpolding laufe, wollte die Grünen-Abgeordnete auch wissen. Dazu teilte der Bürgermeister mit, dass die Städtebauförderung Ruhpolding sehr aktiv unterstützt habe. Er lobte die Zurverfügungstellung der Fördergelder aus diesem Topf, der Wirtschaftsförderung und des Denkmalamtes. „Bei der Regierung von Oberbayern haben wir eine sehr kompetente Unterstützung erhalten“, betonte er. Gisela Sengl konnte bestätigen, dass „Ruhpolding dabei gewonnen hat“ und Sepp Hohlweger von der Fraktion der Grünen im Kreistag ergänzte: „Ich sehe das als Gesamtangebot für den Tourismus“.
Abschließend ging es noch in die Chiemgau Arena, um sich auch dort aktuell zu informieren. Der Stadionleiter Engelbert Schweiger betonte in seinen Ausführungen, dass man für Großveranstaltungen „gut aufgestellt“ sei. Darum sei zur Aufrechterhaltung der internationalen Klassifizierung auch vor der Biathlonweltmeisterschaft ein Stadionumbau von Nöten gewesen. Derzeit werden 69 Kaderathleten am „größten deutschen Bundesstützpunkt für den Bereich Ski“ trainiert. 80 Prozent der Gesamtauslastung sei dem Kadersport vorbehalten. Leider haben die laufenden Zuwendungen von Bund und Land stagniert oder seien letztlich zurückgegangen. „Der Bund entzieht sich seiner Verantwortung“, sagte dazu Schweiger, denn die Förderung des Bundes sei von ehemals 50 Prozent auf aktuell 30 Prozent reduziert worden. Dadurch dürfe das Land auch nur maximal 30 Prozent zuschießen, der Rest gehe zu Kosten der Gemeinde. Dazu käme noch die Pacht an die Bayerische Staatsforstverwaltung von jährlich 30.000 bis 40.000 Euro und die Tatsache, dass Ruhpolding als Austragungsort zum Beispiel die Infrastruktur für die TV-Übertragungen selbst tragen muss. „So kann es nicht mehr weitergehen“, sagte der Stadionleiter. Allein für den Unterhalt muss die Gemeinde einen Betrag von bis zu 300.000 Euro aus Eigenmittel aufwenden. „Wir stehen mit dem Rücken an der Wand“, was auch die Standorte Inzell und Berchtesgaden beträfe, meinte er.
„Es ist ein großer Beitrag der Gemeinde, dass hier Spitzensport möglich ist“, lobte Sengl und ergänzte: „Der Landeszuschuss muss unbedingt erhöht werden“. Es sei Aufgabe von Bund und Land, diesen Sport zu fördern, fügte Pichler noch an. „Man muss sich beim Bund Gedanken machen, ob er noch weiterhin Spitzensport haben möchte“. Abschließend hatte die Landespolitikerin noch die Gelegenheit, sich beim bayerischen Landestrainer für Biathlon, Isidor Scheurl, aktuell über die Trainingsmöglichkeiten zu informieren.
hab


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