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Wadgasser Rundschau


Wadgassen

Heidis grüne Ecke

Heidis grüne Ecke


Liebe Garten- und Naturfreunde,

noch ist es nicht ganz so weit, aber es wird nicht mehr lange dauern, dann färben sich die Blätter der Stieleiche, und Rosskastanie als auch die Eberesche lassen ihre Blätter fallen. Das bedeutet dann für uns Gärtner/innen die 9. Jahreszeit der Phänologie, der Spätherbst hat bei uns Einkehr gehalten. Bald darauf werden die Blätter von Birke und Rotbuche und die Nadeln der Lärchen ebenfalls von den Bäumen fallen. Die späten Rebsorten werden dann gelesen werden, und die letzten Äpfel werden wir im Korb nach Hause bringen. Der Spätherbst ist auch die Zeit der ersten leichteren Nachtfröste und der morgendlichen Nebelschleier.

Aber auch in dieser Zeit ist noch viel zu tun im eigenen Garten.
Ihn gilt es jetzt auf die Ruhephase vorzubereiten. Aber bitte: Aufräumen mit Maß! Verwechseln Sie „winterfest machen“ nicht mit „Großreinemachen“! Entfernen Sie Falllaub nur vom Rasen oder Teich und werfen Sie diesen kostbaren Rohstoff nicht weg! (Ausnahmen: die sehr gerbsäurehaltigen Blätter von Walnuss und Eichenarten). Geben Sie die raschelnden Blätter unter Ihre Hecken u. Sträucher – sie sind dort ein sehr wirkungsvoller Frostschutz. Entfernen Sie auch nicht die vertrockneten Blüten- oder Samenstände Ihrer Stauden und Gräser. Auch hier gibt es allerdings Ausnahmen. Dazu gehören alle Pflanzen mit sehr weichem Gewebe, wie z. B. die Pfingstrosen oder die Herbstanemonen. Diese sollten Sie abschneiden, sobald sie sich in herbstlichen Tönen zeigen und die Witterung in nasskalt umschlägt. Würden Sie diese Blätter über den Winter belassen, so wäre die Gefahr einer Pilzerkrankung sehr groß. Anders sieht das bei Gräsern oder stabileren Stauden aus. Diese sind noch lange Nahrungsquelle vieler Tiere und sehen zudem mit Raureif überzogen oder später, mit einer Schneehaube bedeckt, sehr hübsch aus!
Aber noch ist es nicht so weit, noch haben wir Zeit - immer noch die richtige Zeit um Bäume, Sträucher oder Hecken zu pflanzen.

Wunderbare Erinnerungen an die Gärten der Familie
Zuvor möchte ich heute mit Ihnen einen kleinen Ausflug unternehmen – einen Ausflug in meine Kindheit - eine wundervolle Zeit mit unendlich vielen „wärmenden“ Erinnerungen: Da waren die herrlichen Gärten meiner Eltern und Großeltern, in denen es immer etwas zu naschen gab. Waren es im Frühling die ersten Radieschen, Erbsen oder die Erdbeeren, so konnte ich mich später im Sommer an „Kohlräbchen“, Möhren und den wundervoll säuerlichen Johannisbeeren richtig satt essen. Es war die pure Freude für mich, nach der Schule in den Garten gehen zu können um dort abwechselnd von den kleinen roten Beerentrauben oder den herberen schwarzen Johannisbeeren nehmen zu dürfen.


Ab August kamen dann Himbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren dazu. Ebenso die ersten Äpfel, vielleicht noch etwas sauer und ziemlich hart – aber egal, sie schmeckten mir einfach vorzüglich. Kirschen hatten wir leider keine, aber dafür gab es Zwetschgen und Mirabellen. Diese habe ich auch am liebsten im nicht vollreifen Stadium genossen – noch festes, säuerliches Fruchtfleisch, das war (und ist bis heute) meine Leidenschaft. Oder die Petersilie – abgepflückt, unter fließendem Wasser gewaschen und ab in den Mund – toll! Auch am Abend aufs Butterbrot – wunderbar.
Köstlichkeiten aus dem Garten
Und wenn ich heute Zimt rieche, dann denke ich so gerne an die noch halbwarmen Apfeltaschen meiner Großmutter zurück oder an den köstlichen Apfelkompott meiner Mutter. Hierzu gab es meist „Kartoffelküchelchen“. Im ganzen Haus duftete es dann immer einfach umwerfend, und ich konnte es kaum erwarten, bis wir alle am Tisch saßen um diese Leckereien zu genießen. Etwas ganz Besonderes war auch der Himbeersirup meiner Oma - Himbeersirup auf Griespudding - ein Fest für den Kindergaumen! Oder die Spitzbuben bei unserer Weihnachtsbäckerei - mit selbstgemachtem Johannisbeergelee; und sonntags (oft auch schon am Samstagabend) den weichen, duftenden Hefezopf mit Brombeermarmelade…das sind Erinnerungen, die noch heute wie eine liebevolle Umarmung wirken…
Zurück in die Gegenwart!
Was halten Sie davon, wenn Sie Ihren Garten für Ihre Kinder oder Enkel so gestalten, dass auch für diese ein Stück unvergessene, wundervolle Kindheit daraus erwächst?!? In einem wunderschönen Buch las ich vor Jahren folgenden Satz:
Durch das Weitergeben von Werten und Traditionen entstehen Liebe, Geborgenheit und Halt in den Herzen.
Da ich diese wunderbare Erfahrung selbst machen durfte, versuche ich genau dies an meine eigenen Kinder und Enkel weiterzugeben. Ganz abgesehen davon, dass gesundes Naschen im eigenen Garten auch für Erwachsene eine ganz herrliche Erfahrung ist, die man, wenn man sie erst kennt, nicht mehr missen möchte… Lassen Sie es sich gut gehen!

Ihre
Heidemarie Traut


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