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Asslar - Die Woche


Asslar

Philatelie - immer jung

Erfahrungsaustausch, Fachsimpelei und Tipps - Briefmarkensammler unter sich haben immer etwas zu reden.

Philatelie - immer jung
Der 44. Großtauschtag des Briefmarkensammlervereins Ehringshausen, der in der Volkshalle stattfand, brachte einmal mehr Philatelisten von nah und fern zusammen. 120 Gäste konnten begrüßt werden. Briefmarken sammeln ist noch immer ein interessantes Hobby, das Generationen eint. Wer denkt, dass in Zeiten von e-mail, facebook, instagram und Co. die kleinen bunten Vierecke mit Zackenrand langsam aussterben, hat sich gründlich geirrt. "Im Gegenteil: So viele Postwertzeichen wie heute hat die Post noch nie heraus gegeben", weiß der Vereinsvorsitzende Walter Scholz, der vor zehn Jahren mit dem Sammeln begonnen hat. In erster Linie werden diese Postwertzeichen allerdings von Sammlern gekauft und das komplette Sortiment findet man am Postschalter nicht. "Die holt man sich dann direkt bei der Philatelie, einem Händler in Weiden, der Marken auch in großen Stückzahlen vorhält und an Sammler verkauft", erläutert Schriftführerin Sabine Hinke. Am Sonntag war das Erlebnisteam Briefmarken der Post aus Hanau vor Ort - hier konnte man sich von Heidi Gräf beraten lassen. Wer im "Michel", dem Briefmarkenkatalog, den es weltweit für jedes Land gibt, vergleicht, staunt nicht schlecht: 1949 wurden in Deutschland im ganzen Jahr zehn Briefmarken heraus gegeben - 2003 waren es 63! Heute gibt es fast nur noch selbst klebende Marken - nass Klebende werden immer seltener. Und dann wären da noch die so genannten "Ganzsachen", bei denen die Marke gleich auf den Umschlag gedruckt ist. Wer sich als Laie bei den alten Hasen durchfragt, merkt schnell: Das ist eine Wissenschaft für sich und vor allem hoch interessant. "Kein Thema, das nicht auf einer Briefmarke verewigt wurde", weiß Scholz. Fische, Schiffe, Tiere, Autos, Eisenbahn, Pflanzen - die Vielfalt kennt keine Grenzen. Deshalb ist dieses Hobby auch so lehrreich und der Bundesverband der Philatelisten hat sogar Material für Schulen heraus gegeben anhand dessen ein Thema auch im Unterricht erarbeitet werden kann. Briefmarkengeschäfte gibt es nur noch selten - Versandhändler, einschlägige Zeitschriften, Messen, Börsen, Sammlervereine und natürlich Tauschtage bieten Möglichkeiten, eine Sammlung zu komplettieren. "Ich habe schon als Kind gesammelt und mich mit Marken der ganzen BRD beschäftigt", erzählt Walter Scholz. Als er vor zehn Jahren in den Verein ging, riet ihm ein alter Hase: "Du musst Dich spezialisieren, sonst verzettelst Du Dich!" Die BRD und das Deutsche Reich wurden so begonnen. "Zufällig kam ich an eine Menge Briefmarken aus dem Saargebiet, das von 1920 bis 59 eigene Marken hatte", erzählt Scholz. Damit hatte er sein Spezialgebiet gefunden. Mittlerweile erstellt er mit dem Computer Albenseiten, schreibt Texte zu Themen und schafft dabei hochinteressante Werke. So verbringen er und seine Lebensgefährtin ganze Abende mit ihrem Hobby und vergessen dabei auch schon mal die Zeit. Natürlich gibt es auch Einsteckalben, in denen die Serien schon aufgedruckt sind und nur noch mit den gesammelten Marken bestückt werden müssen. Immer wieder gibt es auch aktuelle Themen, wie in diesem Jahr Luther oder Karl May - auch die Wiedervereinigung war ein großes Thema oder Persönlichkeiten wie die Bundespräsidenten oder, oder, oder. Die Post hat einen Künstlerbeirat, der Bilder beisteuert und Grafiker machen die entsprechenden Motive und passenden Stempel dazu. Da gibt es auch Kurioses wie in Österreich, wo man auch schon mal eine gestickte Marke findet oder eine aus Porzellan. Bei den Schweizern finden sich auch Abbildungen von Schokoladestücke. Die erste Briefmarke gab es übrigens 1840 in England - Stempel sind schon viel älter, weil schon zu Zeiten von Postreitern die Fracht gestempelt wurde. Bei den Briten findet sich auf einer Marke nur die Frankatur als wichtigstes Merkmal - und symbolhaft die Queen; Jahreszahl oder Landesangabe fehlen völlig. Es gibt also ein breites Betätigungsfeld und der Kontakt zu Gleichgesinnten ist den Sammlern wichtig. Aber auch die Jugendarbeit steht im Fokus: Sabine Hinke, die auch Jugendleiterin ist, trifft sich einmal im Monat samstags mit ihren zehn Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren im alten Backhaus in Klein-Altenstädten. Sie hat 2005 die Gruppe in den Anfängen übernommen und sich über die Jahre in Seminaren und Lehrgängen eine Menge angeeignet, was im Umgang mit dem Nachwuchs wichtig ist. "Man muss die Kinder an ein Thema heran führen, Möglichkeiten aufzeigen und sehen, dass sie Spaß an den Marken haben", so Hinke und nennt als Beispiel den neunjährigen Robin, dem Schiffe gefielen und lernte, dass es viele verschiedene Schiffe gibt, zu denen man im PC eine Menge in Erfahrung bringen und lernen kann. Scholz und Hinke stehen unter 06441 2094819 als Ansprechpartner für die Jugend und den Verein zur Verfügung


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