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Asslar

Whiskyvielfalt lässt staunen

Whiskyvielfalt lässt staunen
Das Heimatmuseum der Stadt Aßlar im Werdorfer Schloss war am Samstagabend bereits zum siebten Mal Treffpunkt für Whiskyfans aus ganz Mittelhessen. Die Whiskyfreunde des Vereins für Heimatgeschichte - 21 junge Männer aus Werdorf, die ihre unzähligen Gäste im Schottenrock begrüßten - hatten wieder alles bestens vorbereitet und das alte Gemäuer selbst tat mit seinem historischen Ambiente ein Übriges für absolute Wohlfühlatmosphäre. Museums- und Whiskynacht war angesagt und der Besucherstrom treppauf, treppab riss nicht ab. Ständig waren die Museumsräume dicht mit Menschen gefüllt, die mit dem Glas in der Hand unterwegs waren, um den einen oder anderen Schatz zu probieren. Über allem lag ein Hauch von Whiskyduft, der sehr gut zum Geruch des alten Gemäuers und seiner Exponate passte. Trotz des rührigen Betriebs kam keine Hektik auf, die viel zitierte und selten gefundene "Entschleunigung" war das vorherrschende Gefühl. Man hatte alle Zeit der Welt, auch zum Umschauen und miteinander reden. Mehr als 60 Whiskysorten lockten mit ausgefallenen Namen und passenden Geschmacksbeschreibungen - kein Wunsch blieb offen und der Laie konnte eine Menge lernen. Schon mit den Nosing-Gläsern fängt es an. "Die Nase spielt eine große Rolle", weiß Michael Rehberg von den Gastgebern. Der Geruch vermittelt einen ersten Eindruck. Rauchig, torfig, fruchtig, nussig, kräutrig, sherry-lastig, erdig, süß und würzig - die Adjektive sind vielfältig wie der Whisky selbst. "Mit einem Tropfen Wasser kann man den Geschmack total verändern", erzählt Rehberg. "Die chemische Reaktion kann ich nicht erklären, aber es funktioniert." So finden sich an allen Ausgabestellen auch Pipetten, mit denen man selbst experimentieren kann. Dass man nicht alle Sorten probieren kann ist klar, die Alkoholprozente steigen schnell in den Kopf. Wer in der Gruppe unterwegs ist, hat es leicht: Jeder holt sich einen anderen Whisky und man vergleicht die Farbe, schnüffelt reihum und nippt und findet vielleicht genau seinen eigenen Geschmack. Dann sollte man sich eine Flasche dieser Spirituose sichern, denn genau dieses Destillat wird man so schnell nicht wieder bekommen. Da spielt das Alter ebenso eine Rolle, wie die Zeit der Lagerung und viele weitere Aspekte. Der extra für diese Veranstaltung abgefüllte Islay-Malt zum Beispiel, acht Jahre Smokey Bog mit seinen starken 60,5 Prozent, hat Rauch und Torf und Vanille-Noten. Islay und die Inseln wurden im obersten Geschoss in der Sonderausstallung ausgeschenkt. Gegenüber in der Küche waren es Klaus und Bernd Meier, von denen die Destillery des Jahres, Glenfarclas, vorstellten. Viel Know How fand sich überall, man konnte viel erfahren aber als Kenner auch diskutieren und fachsimpeln. Im Tante Emma-Laden zum Beispiel über die Whiskys der Lowlands und Speyside, in der Spinnstube fanden sich die Vertreter der Highlands und Cambeltown und in der Schmiede gab es - nach kurzem Weg durch die angenehme Frischluft - Irland und den "Rest der Welt". Wer hätte gedacht, dass auch die Japaner einen gar nicht so schlechten Whisky fabrizieren? Neu war im Schlosshof der Bauchladen, mit dem Christoph Duchscherer drei Whiskysorten für die anbot, die schon einmal durch das ganze Haus gebummelt waren oder sich nicht ins Getümmel wagten. Im Hof gab es für die Hungrigen passend zum Fest Fish and Chips, aber auch eine ganz profane Bratwurst. Wer es sich gemütlich machen wollte, ging in den Schlosskeller, wo Guiness ausgeschenkt wurde und Jörn Kuhl mit seiner Gitarre für Stimmung zum Mitsingen sorgte. Draußen war wie immer Jörg Reddig mit seinem Dudelsack unterwegs, ließ Urlaubsstimmung aufkommen und rundete die gemütliche Atmosphäre ab. "Ich würde am liebsten für immer hier stehen bleiben", schwärmte ein Gast. Andere beschlossen, noch einmal wieder zu kommen und sich das Museum in aller Ruhe anzuschauen. So ist denn die Whiskynacht auch immer eine gute Werbung für das Museum.


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